Güstrow, 11. 06. 2026
Wenn man Silke Kirsch nach ihrem Job fragt, strahlt sie über das ganze Gesicht. Seit eineinhalb Jahren arbeitet sie im Bereich der ambulanten Pflege beim DRK Kreisverband Güstrow e.V. – jeden Tag mit und für Menschen zu arbeiten ist ihr größtes Glück. Das war nicht immer so. 16 Jahre lang arbeitete sie als Mitarbeiterin in der Produktion, hat Türzargen hergestellt, die in die ganze Welt verschifft wurden. „Das war Fließbandarbeit. Da ging es stets um Leistung und Masse – Anerkennung und Wertschätzung gab es kaum“, sagt Silke Kirsch heute. Den Job hatte sie seinerzeit angenommen, weil er Sicherheit versprach. „Die Sicherheit war da, die Unzufriedenheit aber auch“, macht die 48-Jährige deutlich.
Vor eineinhalb Jahren kam die Wende. Die Firma, für die sie 16 Jahre lang tätig war, ging Konkurs. „Da habe ich überlegt, was ich mit meinem Leben anfangen möchte – ich war auf der Suche nach Sicherheit und Anerkennung. Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt in die Pflege zu gehen, hatte mich Jahre zuvor auch schon einmal beworben“, erinnert sich Silke Kirsch.
Zunächst habe sie einfach nur ein Praktikum in der DRK-Sozialstation Krakow am See machen wollen. „Aber das Gespräch lief so gut, dass ich schon am nächsten Tag mit auf Tour gegangen bin“, berichtet die Krakowerin.
Die Sozialstation im Luftkurort zählt 126 Klient*innen und 25 Mitarbeitende. Eine davon ist nun auch Silke Kirsch. „Ich gehe jeden Tag mit einem Lächeln zur Arbeit und auch mein Umfeld bemerkt, dass ich viel zufriedener bin“, so Silke Kirsch, die im vergangenen Jahr auch berufsbegleitend eine Weiterbildungsmaßnahme zur Betreuungskraft über das DRK Güstrow absolvieren konnte. Im Dezember hielt sie, gemeinsam mit 17 weiteren Mitarbeitenden, ihr Zertifikat dafür in den Händen. „Diese Weiterbildung ist was fürs Leben und bereichert mich auch persönlich“, sagt sie heute. Auch das Miteinander im Team lobt sie sehr. Alle Kolleg*innen stehen ihr stets mit Rat und Tat zur Seite und auch in herausfordernden Situationen sei sie nie alleine. „In zwei Situationen musste ich bereits den Rettungsdienst hinzuziehen. Es ist toll, dass ich zu jeder Zeit die diensthabenden Fachkräfte erreichen kann und sie mich unterstützen und auch in der Nachbereitung haben sie sich viel Zeit für mich genommen – hier ist man nie allein“, macht Silke Kirsch deutlich.
Auch mit einem weit verbreiteten Vorurteil räumt sie auf: „Landläufig denkt man, dass Pflegekräfte rund um die Uhr im Einsatz sind – weit gefehlt. Ich habe jetzt viel mehr Freizeit, kann auch unter der Woche Termine wahrnehmen, für die ich mir früher frei nehmen musste. Diese Flexibilität genieße ich sehr.“ Und dass jeder Arbeitstag mit einer festen Umarmung der dankbaren Klient*innen beginne, sei das Sahnehäubchen an ihrem Job. „Eigentlich bereue ich nur eins: dass ich diesen Schritt nicht schon viel früher gewagt habe. Ich kann das wirklich jedem nur empfehlen“, sagt Silke Kirsch und ist begeistert, dass die ambulante Pflege im DRK nun sogar eine Quereinsteiger-Messe am Sonnabend, 27. Juni 2026, in Güstrow für Menschen wie sie anbietet. Unter dem Motto „Quereinstieg leicht gemacht“ sind Interessenten an der Arbeit in der ambulanten Pflege herzlich in die Viehhalle eingeladen. Von 10 bis 14 Uhr gibt es die Möglichkeit Mitarbeitende kennenzulernen, Fragen zu stellen und vielleicht einen Job fürs Leben zu finden – wie Silke Kirsch aus Krakow am See.
Bildunterschrift
Bild 1: Im Dezember 2025 erhielt Silke Kirsch ihr Zertifikat für die Weiterbildung zur Betreuungskraft von Alexander Plass, Vorstandsvorsitzender des DRK Güstrow, überreicht. Ein besonderer Moment. Foto: Caroline Awe
Bild 2: Silke Kirsch ist beruflich angekommen. Der Quereinstieg in die ambulante Pflege beim DRK Güstrow war für sie genau der richtige Schritt. Foto Anja Behlke


