· Pressespiegel

Wieder Beratung für Opfer häuslicher Gewalt im Landkreis Rostock

NDR online vom 02.09.2026

Stand: 02.09.2026 10:53 Uhr

Im Landkreis Rostock wird wieder eine Beratung für Betroffene von häuslicher Gewalt angeboten. Nach dem Aus der Beratungsstelle 2025 schließt das DRK die Versorgungslücke. Zumindest vorerst, die Zukunft ist offen.

Betroffene von häuslicher Gewalt können sich im Landkreis Rostock wieder beraten lassen. Seit Juli 2025 fehlte dieses Angebot, nachdem die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Marion Starck, Gelder umverteilt hatte und der Arche-Verein die Beratungsstelle in Bad Doberan deshalb nicht mehr finanzieren konnte. Nun übernimmt der DRK-Kreisverband Güstrow die Beratung - zunächst allerdings nur bis Ende des Jahres.

Schnelle Hilfe ist wichtig

"Häusliche Gewalt hat viele Formen und zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten - hier ist es wichtig, schnell und niederschwellig Unterstützung anzubieten", erklärt DRK-Geschäftsführer Alexander Plass. Betroffene können ein Beratungstreffen an einem neutralen Ort im Landkreis vereinbaren. Die Beratungsstelle unterstützt Betroffene nicht nur mit psychosoziale Hilfe, sondern auch bei Behördengängen oder der Suche nach einem Anwalt. Ziel ist es laut dem zuständigen Justizministerium, dass die Betroffenen ihre Autonomie zurückerlangen, ihre Gewalterfahrungen verarbeiten und in ihrem Selbstwert für ein gewaltfreies Leben gestärkt werden.

Beratungsstelle nur bis Ende des Jahres finanziert

Die mobile Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt ist von Montag bis Freitag unter der Telefonnummer (03843) 68 31 86 oder per Mail an bst@drk-guestrow.de erreichbar. Auf Wunsch erfolgt die Beratung anonym. Ob das Angebot über das Jahresende hinaus geht, ist allerdings noch offen. "Die Finanzierung dieser Beratungsstelle ist zunächst bis Ende 2026 gesichert", heißt es vom DRK auf NDR Anfrage. Kreis-Sozialdezernentin Anja Kerl (SPD) dazu: "Ich wünsche mir, dass es künftig auch mit Hilfe einer verlässlichen und auskömmlichen Finanzierung durch das Land gelingt, das Beratungsangebot auszubauen und langfristig zu sichern."

Der Bedarf steigt zumindest von Jahr zu Jahr: Die erfasste Fallzahl häuslicher Gewalt erreichte voriges Jahr mit 5.204 seinen Höchststand. 2024, im Jahr vor Schließung der Beratungsstelle in Bad Doberan, suchten dort 98 Betroffene Hilfe. 74 Kinder waren dabei mitbetroffen.